Ein Praxisblick von UnitEINS Dialog auf Kampagnenentwicklung über mehrere Kanäle hinweg.
Eine crossmediale Kampagne verbindet mehrere Kommunikationskanäle – etwa Print, E-Mail, Telefon und Digital – so, dass jeder Kanal seine jeweilige Stärke ausspielt, statt dieselbe Botschaft nur mehrfach zu wiederholen. Klingt nach einem Konzept aus den Neunzigern, als "Mediamix" noch das große Wort auf jeder Marketingtagung war. Ist es im Kern auch. Nur heißen die Kanäle heute anders, und es sind ein paar dazugekommen. Das Prinzip dahinter hat sich in dreißig Jahren erstaunlich wenig verändert.
Viele Unternehmen verstehen "crossmedial" als "auf allen Kanälen gleichzeitig präsent sein" – dieselbe Anzeige in der Zeitung, im Newsletter und auf Social Media, zeitgleich ausgespielt. Das Ergebnis ist selten mehr Wirkung, sondern meist nur mehr Streuverlust: Der Empfänger sieht dieselbe Botschaft mehrfach, ohne dass sich der Nutzen für ihn erhöht.
Diesen Fehler kennen wir seit Jahrzehnten, nur unter wechselnden Namen. Früher hieß es "Streuverlust durch Mediabruch", heute nennt man es "unkoordinierte Customer Journey". Gemeint ist dasselbe: viel Kontakt, wenig Wirkung.
Echte crossmediale Kampagnen funktionieren anders: Jeder Kanal übernimmt eine eigene Aufgabe innerhalb einer Gesamtdramaturgie. Ein Brief kann Aufmerksamkeit und Vertrauen schaffen, wo eine E-Mail übersehen würde. Eine Landingpage kann vertiefen, was ein Brief nur ankündigen konnte. Ein Telefonanruf kann klären, was schriftlich offenbleibt.
Ein physischer Brief eröffnet die Kampagne oft besser als eine digitale Erstansprache – gerade weil er in einem überfüllten digitalen Posteingang nicht untergeht. Er eignet sich besonders für den ersten Kontakt oder für Anlässe, die Bedeutung signalisieren sollen: eine Vertragsänderung, eine Reaktivierung, ein besonderes Angebot. Diese Rolle spielt Print seit jeher – nur dass sie heute wieder bewusster gewählt wird, statt als selbstverständlich zu gelten.
Gerade weil digitale Postfächer überquellen, hat ein gut gestalteter Brief in der Reaktivierung nach Eine im Brief angekündigte Landingpage oder ein QR-Code kann Interessierten die Möglichkeit geben, sich weiter zu informieren, ohne dass der Brief selbst überladen werden muss. Digital eignet sich gut für Inhalte, die Interaktion erlauben – Rechner, Konfiguratoren, weiterführende Erklärungen. Früher war das die Antwortkarte oder die kostenlose Servicenummer. Aufgabe identisch, Werkzeug anders.
Bei erklärungsbedürftigen Angeboten, etwa im Versicherungsbereich, schließt ein Anruf oft die Lücke, die schriftliche Kommunikation offenlässt. Er eignet sich besonders als letzter Schritt, wenn schriftliche Kanäle Interesse geweckt, aber noch nicht zur Entscheidung geführt haben. Der Klassiker unter den Kanälen – und noch immer der, der am zuverlässigsten Zweifel ausräumt.
E-Mail eignet sich gut für kurzfristige Erinnerungen und Nachfassungen innerhalb einer bereits laufenden Kampagne – weniger als alleinstehender Erstkontakt, da die Aufmerksamkeit im überfüllten Posteingang begrenzt ist. Im Grunde die digitale Version der zweiten Mahnung im guten alten Mailing-Rhythmus.
Eine crossmediale Kampagne mit drei sorgfältig aufeinander abgestimmten Kanälen erzielt meist mehr als eine mit sechs unkoordiniert eingesetzten. Entscheidend ist, dass jeder Kanal dort ansetzt, wo der vorherige aufgehört hat – nicht, dass möglichst viele Berührungspunkte entstehen.
Das verlangt eine klare Dramaturgie: Was soll der Empfänger nach dem ersten Kontakt wissen oder fühlen? Was soll der zweite Kontakt daraus machen? Diese Abfolge zu planen, ist die eigentliche Konzeptionsarbeit hinter einer crossmedialen Kampagne – nicht die bloße Auswahl der Kanäle. Genau das haben gute Dialogmarketer schon gemacht, lange bevor "Customer Journey" ein Foliencharts-Begriff wurde.
Vor der Kanalwahl steht die Frage nach der Zielgruppe und dem Anlass: Wie erreichbar ist die Zielgruppe über welchen Kanal, wie erklärungsbedürftig ist das Angebot, wie viel Vertrauen muss vor der eigentlichen Botschaft erst aufgebaut werden? Erst danach lässt sich sinnvoll festlegen, welche Kanäle in welcher Reihenfolge zum Einsatz kommen – abgestimmt auf Branchen, die wie Versicherungen, Energie und Telekommunikation auf Vertrauen und Präzision angewiesen sind.
Neu ist an alldem eigentlich nur die Kanalpalette. Das Handwerk, die Reihenfolge richtig zu denken, ist dasselbe geblieben – und genau deshalb lohnt es sich, es von Leuten machen zu lassen, die es schon lange machen.
UnitEINS Dialog entwickelt Dialogmarketing- und Reaktivierungskampagnen für Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen – mit über 30 Jahren Erfahrung in Konzeption, rechtlicher Prüfung und kreativer Umsetzung. Sprechen Sie uns an.
Eine crossmediale Kampagne verbindet mehrere Kommunikationskanäle – etwa Print, E-Mail, Telefon und Digital – so, dass jeder Kanal seine jeweilige Stärke ausspielt, statt dieselbe Botschaft nur mehrfach zu wiederholen.
Viele Unternehmen setzen dieselbe Botschaft gleichzeitig auf allen Kanälen ein, statt die Kanäle aufeinander aufzubauen. Das führt meist zu mehr Streuverlust statt zu mehr Wirkung, weil der Empfänger dieselbe Botschaft mehrfach sieht, ohne dass sich der Nutzen für ihn erhöht.
Ein physischer Brief eignet sich oft besser für den Erstkontakt als eine digitale Ansprache, weil er in einem überfüllten digitalen Posteingang nicht untergeht und Bedeutung signalisiert – besonders bei Anlässen wie Vertragsänderungen oder Reaktivierung.
Digital eignet sich vor allem zur Vertiefung – etwa über eine per Brief angekündigte Landingpage oder einen QR-Code. Inhalte, die Interaktion erlauben, wie Rechner oder Konfiguratoren, funktionieren digital besonders gut.
Bei erklärungsbedürftigen Angeboten, etwa im Versicherungsbereich, schließt ein Anruf oft die Lücke, die schriftliche Kommunikation offenlässt. Er eignet sich besonders als letzter Schritt, wenn vorherige Kanäle bereits Interesse geweckt haben.
Nein. Eine Kampagne mit wenigen, sorgfältig aufeinander abgestimmten Kanälen erzielt meist mehr Wirkung als eine mit vielen unkoordiniert eingesetzten. Entscheidend ist die Reihenfolge und Abstimmung der Kanäle, nicht ihre Anzahl.
Ausgangspunkt sind Zielgruppe und Anlass: Wie erreichbar ist die Zielgruppe über welchen Kanal, wie erklärungsbedürftig ist das Angebot, wie viel Vertrauen muss vor der eigentlichen Botschaft aufgebaut werden? Aus diesen Fragen ergibt sich, welche Kanäle in welcher Reihenfolge sinnvoll sind.